Wie entsteht Zellulite?


Zellulite EntstehungGrundsätzlich gesehen ist in den Bereichen, wo Zellulite entsteht, das Bindegewebe der Haut nicht mehr in der Lage, das dort eingelagerte Fett und Wasser ausreichend straff zu halten. So kommt es zu dem bekannten welligen und schwammigen Hautbild vor allem an Po, Oberschenkeln, Bauch oder Oberarmen. Voraus geht dieser Bindegewebsschwäche eine Lymphstauung und somit ein verminderter Stoffaustausch in den betroffenen Körperregionen. Durch mehrere verschiedene Faktoren, wie z.B. fehlende Bewegung oder Fetteinlagerung, kommt es zu einer Mangeldurchblutung oder auch zu einem verstärkten Einlagern von Abfallstoffen in den Zellzwischenräumen des Gewebes, die wiederum den Nährstoffaustausch zwischen Zellen und Zellzwischenraum behindern.

Die Ablagerung von Abfallprodukten oder Schadstoffen haben wir größtenteils selbst in der Hand. Sie wird nämlich überwiegend durch eine falsche Ernährung und die Genussgifte Nikotin, Kaffee und Alkohol bedingt.

Ein Teufelskreis

Will man der Zellulite vorbeugen, sollte man alles vermeiden, was in irgendeiner Form zu einer Stauung der Lymphflüssigkeit im Unterhautbindegewebe führt. Denn ist diese Stauung erstmal vorhanden, unterhält sie sich quasi von allein und setzt einen Teufelskreis in Gang. Die Lymphstauung bewirkt eine herabgesetzte Stoffwechselaktivität im Gewebe und damit wiederum eine zunehmende Verschlackung. Die Verschlackung behindert den Austausch zwischen Zellen und den Zellzwischenräumen noch mehr, wodurch sich die Lymphe wieder stärker staut und so weiter. Es kommt also darauf an, den Abtransport von Abfallprodukten aus dem Gewebe, d.h. vor allem den so genannten Lymphfluss in Gang zu halten. In diesem Zusammenhang soll ein kurzer Blick auf das Lymphsystem geworfen werden.

Das Lymphsystem

Das Lymphsystem ist die Grundlage der körpereigenen Immunabwehr und bildet ein eigenes Transportsystem neben dem Blutkreislauf. In diesem Transportsystem, den Lymphgefäßen, wird Flüssigkeit aus den Zellzwischenräumen mitsamt Abfallprodukten der Zelle sowie körperfremden Stoffen abtransportiert und dem Blutkreislauf wieder zugeführt. Auf dem Weg dorthin wird die Lymphe in den Lymphknoten gefiltert. Der Lymphfluss wird zum größten Teil durch Muskelkontraktion, die Atmung und das Pulsieren der Arterien in Bewegung gehalten. Daher ist auch die körperliche Bewegung ein sehr wichtiger Faktor bei der Bekämpfung der Zellulite. Kommt es also z.B. durch mangelnder Bewegung und vieles Sitzen zu Lymphstauungen, bewirken diese wiederum eine Mangelversorgung auch der Haut, was dann für die Entstehung der Zellulite sehr förderlich ist.

Schlüsselfaktoren bei der Entstehung von Zellulite

Die weiblichen Hormone

Allein die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht prädestiniert eine Frau geradezu zur Entwicklung einer Zellulite. Denn das weibliche Hormon Östrogen, das an allen Vorgängen der weiblichen Fortpflanzung beteiligt ist, bewirkt eine verstärkte Fettbildung und Wassereinlagerung hauptsächlich im Hüft- und Oberschenkelbereich. Dies macht sich vor allem in der Phase vor der Regel bemerkbar, in der viele Frauen bis zu zwei Kilogramm an Gewicht zunehmen.

Hinzu kommt, dass das weibliche Bindegewebe wesentlich weicher und elastischer ist als das männliche, da es während einer Schwangerschaft stärkere Ausdehnungen verkraften muss. Die weiblichen Bindegewebsfasern sind weniger fest als die männlichen, haben einen größeren Abstand zueinander und sind nicht so sehr vernetzt. Und nicht nur das Bindegewebe des Mannes ist wesentlich straffer und engmaschiger, die männliche Haut ist auch sehr viel dicker.

Schlechte Ernährungsgewohnheiten

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir ernähren uns in der Regel zu fett, zu süß, zu salzig und nehmen oft auch noch zuviel Genussgifte wie Kaffee, Alkohol und Nikotin zu uns. Hinzu kommen noch Schadstoffe aus der Umwelt sowie chemische Lebensmittelzusätze und eventuell Schmerz-, Diät- oder Aufputschtabletten. Kein Wunder, wenn der Körper eines Tages nicht mehr in der Lage ist, diesen Cocktail aus schädlichen Stoffen abzubauen und diese im Gewebe ablagern muss.

Die Folgen der Fehlernährung sehen folgendermaßen aus:
• Zuviel Süßigkeiten, Weißmehlprodukte und Fettes führen zur Aufblähung der Fettzellen und werden als Speicherfett abgelagert.
• Zuviel Salz (Natriumchlorid) führt zu Wassereinlagerungen im Gewebe, da es Wasser binden kann. Außerdem behindert das im Kochsalz enthaltene Natrium, wenn es im Überschuss in den Zellzwischenräumen vorhanden ist, deutlich die Stoffwechselaktivität der Zellen. Natrium ist nämlich der „Gegenspieler" des Kaliums in den Zellen. Sind Natrium und Kalium im richtigen Verhältnis vorhanden, können die Zellen einen optimalen Stoffaustausch betreiben, d.h. Sauerstoff und Nährstoffe werden der Zelle vermehrt zugeführt und Abfallprodukte werden gleichzeitig hinausbefördert. Ist jedoch zuviel Natrium in den Zellzwischenräumen außerhalb der Zellen vorhanden, kommt es zu einer Wasseransammlung und demzufolge zu einer Verschlackung des Gewebes durch Abfallprodukte aus der Zelle, was wiederum die Zellulite fördert.
• Zuviel Kaffee verlangsamt die Durchblutung und führt hierdurch ebenfalls zu einem verminderten Stoffaustausch und einer Verschlackung.
• Zuviel Nikotin schließlich verengt die Blutgefäße und hat dadurch ähnliche Folgen wie der Kaffee.

Einem Zuviel an den oben genannten Stoffen steht meist ein Zuwenig an wichtigen Nährstoffen z.B. Kalium gegenüber. Der Mineralstoff Kalium, der vor allem in Gemüse und Obst vorhanden ist, wirkt entwässernd auf das Gewebe, und eine kaliumreiche Ernährung kann so der Entstehung von Zellulite entgegensteuern. Ein Mangel an Ballaststoffen, zumal in Verbindung mit einer vorwiegend sitzenden Lebensweise, kann zu Darmträgheit und Verstopfung führen. In vielen Fällen wird dies zusätzlich durch einen hektischen Lebensrhythmus und die Unterdrückung des Stuhlgangs verschlimmert. Die Verstopfung bewirkt eine Ansammlung von Fäulnisprodukten und anderen Schadstoffen im Körper, was wiederum zu einer verstärkten Verschlackung des Gewebes führt.

Übergewicht und radikale Abmagerungskuren

Übergewicht hat zwar nicht zwangsläufig die Zellulite zur Folge, es wirkt sich aber begünstigend aus. Denn zum einen bildet sich die Zellulite im Fettgewebe der Unterhaut, und zum andern bindet zusätzliches Fett auch zusätzliches Wasser in der Unterhaut. Schließlich behindert zuviel Fett die Durchblutung und senkt die Hauttemperatur.

Beides bewirkt wiederum eine Mangelversorgung der Haut. Man kann sich vorstellen, wie übermäßiges Fett die Bindegewebsfasern zusätzlich strapaziert. Das ist auch der Fall bei häufigen radikalen Abmagerungskuren, nach denen die Bindegewebsfasern regelrecht „ausleiern" können. Bedenkt man, dass in Deutschland ungefähr die Hälfte aller Frauen schon mindestens eine Diät hinter sich hat, ist es nicht verwunderlich, dass so viele unter der Zellulite leiden.

Mangelnde Bewegung, sitzende Lebensweise

Durch unseren Beruf sind wir häufig dazu gezwungen, stundenlang zu sitzen oder zu stehen. Wenn wir dann auch noch in der Freizeit gerne im Auto und vor dem Fernseher sitzen, ist eine schlechte Durchblutung, eine träge Verdauung und ein behinderter Lymphfluss die Folge. Lymphstauung und Verschlackung des Gewebes sind die leidigen Konsequenzen. Ausreichende Bewegung dagegen führt zu einer Erhöhung des Grundumsatzes, d.h. des Kalorienverbrauchs, zu einer tieferen Atmung, zu einer Durchblutungsteigerung und normalerweise zu einer geregelten Verdauung. Außerdem bewirkt jede Muskelanspannung eine Straffung des Bindegewebes und eine Beschleunigung des Lymphtransports. Kurz: Dies sind wichtige Faktoren, um der Bildung von Zellulite wirksam entgegenzutreten. Zum einen hat man festgestellt, dass das Abnehmen viel leichter fällt, wenn man sich gleichzeitig zur Diät viel bewegt, da hierdurch überdies der Kalorienverbrauch gesteigert wird und zum andern durch die verstärkte Durchblutung Fettgewebe leichter abgebaut wird.

Stress

Auch wenn man auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zwischen Zellulite und Stress sieht, so ist doch dauerhaft einwirkender negativer Stress eine der Hauptursachen für die Zellulite. Bei einem ausgeglichenen gesunden Menschen laufen die körperlichen Vorgänge wie Verdauung, Kreislauf, Stoffwechsel, Schlaf etc. reibungslos ab. Negativer Stress, der durch ständige Anspannung, Angst und Frustration hervorgerufen wird, beeinträchtigt jedoch alle Körperfunktionen stark.

Der Mensch gerät sowohl körperlich als auch seelisch aus dem Gleichgewicht. Häufig versucht man dann auch noch, das Ganze mit Rauchen, Alkohol, mehr Essen oder gar Medikamenten zu kompensieren. All dies fördert die Zellulite und beschleunigt den Alterungsprozess, wovon dann natürlich auch wieder die Haut mit ihrem Bindegewebe betroffen ist. Schließlich hat Stress auch einen negativen Einfluss auf die Funktion der endoktrinen Drüsen, die den Hormonhaushalt steuern. Hiervon sind besonders die Nebennieren betroffen, die zum einem das Stresshormon Adrenalin produzieren, zum andern aber auch den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers regulieren. Eine Fehlregulation in diesem Bereich begünstigt ebenfalls die Zellulite.

Weitere Faktoren, die die Zellulite fördern:

• Antibabypille: Die Pille kann durch die zusätzliche Zufuhr an weiblichen Hormonen die Zellulite begünstigen.
• Rauchen: Nikotin verengt die kleinen Blutgefäße und führt so zu einer Beeinträchtigung des Bindegewebsstoffwechsels.
• Schlechte Haltung: Eine gekrümmte Haltung führt zu einer Stauung der inneren Organe und dadurch insgesamt zu einer verschlechterten Durchblutung. Darüber hinaus werden beim Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen Blutgefäße abgedrückt und somit die Durchblutung der Beine beeinträchtigt. Dies kann sowohl zu Krampfadern führen als sich auch an den Oberschenkeln ungünstig auf die Bildung von Zellulite auswirken.
• Ungünstige Kleidung: Zu enge Kleidung wie enge Jeans oder Gürtel können ebenfalls den Blut- und Lymphfluss behindern und darüber hinaus zu einer Muskelerschlaffung führen. Schließlich haben zu hohe Absätze eine verschlechterte Durchblutung der Beine zur Folge.
• Sonnenbäder: Ausgiebige Sonnenbäder oder zu häufiger Besuch der Sonnenbank führen auf Dauer zu einer beschleunigten Hautalterung, indem die Bindegewebsfasern stark angegriffen werden und schneller ihre Elastizität verlieren. Eine gewisse Bräune ist zwar attraktiv, aber nicht unbedingt gesund.

Der Zellulite-Test

Zellulite TestFast jede Frau ist aufgrund der besonderen Bindegewebsstruktur des weiblichen Körpers zellulitegefährdet. Ob und in welchem Ausmaß Sie davon betroffen sind, können Sie anhand folgender Merkmale feststellen.

1. Die leichte Form der Zellulite ist durch bloßes Hinsehen nicht zu erkennen. Erst wenn Sie die Haut mit beiden Händen zusammenschieben, wird eine schwache Wellung der Hautoberfläche (Orangenhaut) sichtbar. Dieses Stadium der Zellulite ist sehr verbreitet. Mit der entsprechenden Pflege und der richtigen Ernährung können Sie das schwach zellulitische Gewebe jedoch schnell in den Griff bekommen.

2. Die mittelschwere Zellulite ist nur bei entspannter Muskulatur sichtbar. Sie zeigt sich dann vor allem an den gut mit Fett gepolsterten Stellen Ihres Körpers, wie am Po oder im oberen Bereich der Oberschenkel, aber auch an den Innenseiten der Schenkel. Die Haut ist dort schlaff, schlecht durchblutet und uneben. Um diesem Stadium Einhalt zu gebieten, müssen Sie schon einige Energie in die Bekämpfung Ihrer Problemzonen stecken. Mit der richtigen Ernährung und gezielter Bewegung aber haben Sie gute Chancen bei der Bewältigung Ihrer Zellulite.

3. Im Falle der schweren Zellulite hilft nur der Gang zum Arzt. Sie liegt vor, wenn die Orangenhaut an den betreffenden Körperstellen nicht zu übersehen ist. Das gesamte Gewebe ist lose, weich und schlecht durchblutet. Die Hautoberfläche weist eine wellige, unebene Struktur auf.

Egal unter welcher Form der Zellulite Sie leiden – dieser Webseite wird Ihnen dabei helfen, Ihr Problem in den Griff zu bekommen. Mit Tipps zur richtigen Pflege und Gymnastik und ausführlichen Informationen über die Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung, sofern Sie diese für nötig erachten. Auch wenn es Ihnen anfänglich schwer fallen mag, allen Ernährungs- und Bewegungsrichtlinien konsequent zu folgen - geben Sie nicht auf! Bemühen Sie sich vielmehr mit jedem Tag mehr, ein besseres Verhältnis zu sich und ihrem Körper zu entwickeln. Das ist die beste Therapie.